Der Astronaut
von Andy Weir
Ein packender Vorstoß in die unendlichen Weiten
Ein Mann erwacht. Er ist allein in einem Raumschiff, der Rest der Crew ist tot. Er kann sich weder daran erinnern, wer er ist, noch, wieso er sich in diesem Raumschiff befindet. Und wohin fliegt er überhaupt? Nach und nach gelingt es ihm, seine Geschichte zu rekonstruieren: Sein Name ist Ryland Grace. Er ist auf dem Weg ins Tau-Ceti-System. Und er ist der Einzige, der die Menschheit retten kann.
»Ein genialer Science-Fiction-Roman!« George R. R. Martin
Auszug des Klappentexts
Expedition ins Unbekannte: Warum Andy Weirs »Der Astronaut« auf jede Leseliste gehört
Bevor wir einsteigen
Aktuell (seit März 2026) flimmert die Romanverfilmung »Der Astronaut« von Andy Weir über die deutschen Kinoleinwände. Und ich habe es mir zur Prämisse gemacht, wenn möglich vorab den jeweiligen Roman zu lesen – so auch hier.
Wer regelmäßig meinem Blog folgt, weiß, dass ich ein kleines bisschen ein Faible für Astronauten-Science-Fiction-Romane habe (Die Astronautin). Außerdem habe ich den Film »Der Marsianer« geliebt (und leider nie das Buch gelesen), und dieser »Fehler« sollte mir bei »Der Astronaut – Project Hail Mary« nicht noch einmal passieren.
Doch was als bloße Vorbereitung auf den Kinobesuch begann, entpuppte sich schnell als ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Es ist diese Art von Geschichte, die einen erst mit harten Fakten fesselt und dann mit einer völlig unerwarteten Herzlichkeit völlig unvorbereitet trifft.
Vom Programmierer zum Bestsellerautor
Dieser Weg des Autors vom Roman »Der Astronaut« liest sich selbst wie Fiction. Doch hinter dieser Erfolgsgeschichte steckt ein akribischer Mann, der mit seinem Faible für Wissenschaft eine Geschichte schuf, die nicht nur die Wissenschafts-Nerds auf dieser Welt lieben: Andy Weir.
Bevor er mit seinem Debüt »Der Marsianer« einen weltweiten Megabestseller landete, arbeitete er über zwei Jahrzehnte als Softwareentwickler – unter anderem war er an der Entwicklung von Spiele-Klassikern wie Warcraft II beteiligt.
Was ich besonders spannend finde: Sein Durchbruch kam nicht über Nacht durch einen großen Verlag. Stattdessen veröffentlichte Weir seine Texte anfangs einfach kostenlos auf seinem Blog. Erst als die Fans nach einer E-Book-Version riefen, nahm die Sache Fahrt auf. (mehr dazu hier).
Heute ist er aus der Sci-Fi-Welt nicht mehr wegzudenken und wurde erst kürzlich mit dem renommierten Robert A. Heinlein Award 2026 ausgezeichnet – eine Ehre für Autoren, die uns die Sterne ein Stück näherbringen. (mehr dazu hier)
Wenn er nicht gerade an neuen interstellaren Weltraummissionen schreibt oder Preise abräumt, vertieft er sich in Physik, Orbitalmechanik und die Geschichte der Raumfahrt. Und genau diese Liebe zum Detail merkt man jeder Seite von »Der Astronaut« an. Weir hat das seltene Talent, hochkomplexe Wissenschaft so packend zu verpacken, dass man sie beim Lesen nicht nur versteht, sondern regelrecht mitfiebert.
Ein Gedächtnis gegen den Untergang
Stell dir vor, du erwachst in einem sterilen Raum, Lichtjahre von zu Hause entfernt, und hast nicht den blassesten Schimmer, wer du bist oder wie du dorthin gekommen bist. Das Einzige, was du sicher weißt: Deine beiden Mitreisenden sind tot, und du bist in einem Raumschiff gefangen, das mit Höchstgeschwindigkeit durch das All rast.
Das ist die Lage von Ryland Grace. Während seine Erinnerungen nur mühsam, Stück für Stück, wie ein nebliges Puzzle zurückkehren, begreift er das Ausmaß der Katastrophe: Die Sonne stirbt. Ein mysteriöser Parasit entzieht unserem Stern die Energie und schickt die Erde in eine unaufhaltsame Eiszeit.
Ryland ist die letzte Hoffnung. Er ist der einzige Überlebende einer Verzweiflungstat der Menschheit, der Mission »Project Hail Mary«. Allein in der unendlichen Schwärze des Weltalls muss er nun wissenschaftliche Rätsel lösen, für die eigentlich ein ganzes Team von Experten nötig wäre. Er hat kein Backup, keinen Kontakt zur Erde, und die Zeit läuft ihm unerbittlich davon.
Wird ihm das Unmögliche gelingen? Kann ein einzelner Mensch, gestrandet im Nichts, die rettende Antwort finden und die gesamte Menschheit vor dem Untergang bewahren?
Nerd-Wissen trifft auf ganz viel Herz
Ich gestehe es direkt: In Physik war ich in der Schule eher eine Niete. Deshalb hatte ich anfangs etwas Respekt vor der »Hard Science-Fiction« von Andy Weir. Doch meine Sorge war völlig unbegründet. Weir schafft es, selbst komplexe physikalische Probleme so logisch und anschaulich zu erklären, dass ich den Lösungen von Dr. Ryland Grace mühelos folgen konnte.
Was mir besonders gefallen hat, war die Figur des Protagonisten. Grace lässt zwar gerne mal den Nerd heraushängen, kann aber seine Leidenschaft für sein Lehrerdasein und seine Schüler nie ganz ablegen – was ihn unglaublich nahbar macht. Sein pointierter Sarkasmus und der trockene Humor sorgen dafür, dass die Geschichte niemals zu technisch oder langatmig wird. Obwohl das Buch (abgesehen von den Rückblenden) fast wie ein Kammerspiel auf engstem Raum wirkt, ist es absolut kurzweilig.
Und wenn ich schon beim »Gestehen« bin, muss ich erwähnen, dass das Buch für mich tatsächlich zum Schlafräuber wurde. Aufgrund von alltäglichem Zeitmangel hatte ich meist nur abends vor dem Zubettgehen die Ruhe zum Lesen. Aber genau auf jene Stunden mit Grace an Bord der Hail Mary habe ich mich den ganzen Tag gefreut. Kennt ihr das, wenn es Momente gibt, in denen man es richtig schade findet, dass man schlafen muss, weil man unbedingt wissen will, wie der Held aus der nächsten brenzligen Situation heil herauskommt? Das passierte mir bei diesem Buch öfters, deshalb ist der Roman für mich ein echter Pageturner.
Das absolute Highlight war für mich jedoch das Setting und das Zusammenspiel der Spezies. Ohne zu viel zu verraten: Die Art und Weise, wie hier Kommunikation und Kooperation erdacht wurden, ist schlichtweg brillant und unterhaltsam. Hinter all der Weltraum-Action steckt nämlich eine wunderschöne Botschaft: Egal wie unterschiedlich Herkunft, Aussehen oder Lebensweise sind – wenn wir uns zusammentun und gemeinsam Hürden überwinden, ist das scheinbar Unmögliche machbar. Für mich ein Gedankenspiel, das zeigt, dass dieses Handeln unsere Welt im Großen wie im Kleinen zu einem besseren Ort machen würde. Es könnte so einfach sein …
Mein Resümee
Andy Weir hat es wieder getan: »Der Astronaut« ist ein absolutes Muss für jeden Sci-Fi-Fan und solche, die es noch werden wollen. Es ist eine Geschichte voller wissenschaftlicher Rätsel, technischer Genialität und vor allem tiefer Menschlichkeit. Wer den »Marsianer« mochte, wird dieses Buch lieben – und wer es noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst nachholen, am besten, bevor er ins Kino geht. 😊
Meine Bewertung

Hinweis: Keine bezahlte Werbung.
LEGO® ist eine Marke der LEGO Gruppe. Die abgebildete Minifigur stammt aus meinem privaten Bestand; dieser Beitrag wurde weder von der LEGO Gruppe gesponsert noch autorisiert.
Coverabbildung: © Heyne Verlag, verwendet im Rahmen der Buchbesprechung | Rezension
| ISBN: | 978-3-453-32283-7 |
| Sprache: | Deutsch |
| Ausgabe | Taschenbuch |
| Seitenzahl | 560 |
| Verlag | Heyne |
| Erscheinungsdatum: | 15.03.2023 |
Expedition ins Unbekannte: ein absolutes Muss für jeden Sci-Fi-Fan

