Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte
von T. J. Klune
Eine warmherzige Cosy-Fantasy-Story über das Anderssein
Linus Baker ist vierzig, alleinstehend und arbeitet in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Eines Tages soll er im Auftrag der Behörde das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus inspizieren, das auf einer geheimnisvollen Insel mitten im knallblauen Ozean liegt. Für Linus ist es der Beginn eines magischen Abenteuers, das sein Leben für immer verändern wird.
Mit »Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte« haucht T.J. Klune nicht nur dem Zauber der Internatsgeschichte neues Leben ein, er erzählt auch ein modernes Märchen über die Suche nach der eigenen Identität.
Auszug des Klappentexts
Wohlfühl-Fantasy mit Herz und Haltung
Kurz vorweg
Erneut werde ich einen nicht mehr topaktuellen Roman besprechen. Tatsächlich hatte ich immer den Bestseller »Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte« von T.J. Klune gemieden, weil dieser nach der Veröffentlichung sehr stark gehypt wurde.
Kürzlich hat eine liebe Freundin mir dieses Buch kurzerhand in die Hand gedrückt, mit den Worten, dass es gerade jetzt, in dieser Zeit des Umbruchs, genau die richtige Geschichte zum Abtauchen sei.
Und ganz ehrlich: So einer Empfehlung kann ich kaum widerstehen. Also machte ich es mir gemütlich, schlug die erste Seite auf und ließ mich einfach treiben …
Über den Autor
T. J. Klune wurde 1982 in Oregon geboren. Er ist ein US-amerikanischer Autor, der bereits seit seiner Kindheit Geschichten schreibt. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er unter anderem als Schadensregulierer bei einer Versicherung – heute gehört er zu den produktivsten Stimmen der zeitgenössischen Fantasy.
Besonders wichtig ist Klune die Darstellung vielfältiger Lebensrealitäten: Er setzt sich offen mit Themen wie Queerness, Asexualität und Neurodiversität auseinander, die auch seine Figuren und Geschichten prägen. Seine Romane stellen häufig Außenseiter, Zugehörigkeit und das Konzept von Wahlfamilie in den Mittelpunkt – Themen, die seinen Büchern eine besondere Wärme und Tiefe verleihen.
Für seine einfühlsame und authentische Darstellung queerer Figuren wurde er 2014 mit dem Lambda Literary Award ausgezeichnet. Sein Roman »Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte« wurde international zum Bestseller und hat ihm weltweit große Aufmerksamkeit verschafft. 2024 ist mit »Jenseits des Ozeans« die Fortsetzung der Geschichte auf Deutsch erschienen.
Reif für die Insel
In »Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte« lernen wir Linus Baker kennen, die Personifizierung eines Beamten: Anfang 40, alleinstehend, etwas korpulent, zurückhaltend und zutiefst regelverliebt. In einer streng geordneten Welt lebt und arbeitet er in einer Abteilung des Jugendamts, das magisch begabte Kinder überwacht und verwaltet.
Linus liebt seine Arbeit, denn das Wohl der Kinder liegt ihm am Herzen. Gleichzeitig wahrt er stets Distanz, da persönliche Nähe im Regelwerk »Vorgaben und Verordnungen« der Behörde schließlich nicht vorgesehen ist.
Als er unerwartet den geheimen Auftrag erhält, ein abgelegenes Waisenhaus zu überprüfen, führt ihn seine Reise auf eine abgelegene Insel. Dort findet er ein Waisenhaus voller außergewöhnlicher Kinder vor, die ebenso faszinierend wie missverstanden sind. Dort trifft er auf den ebenso geheimnisvollen wie warmherzigen Heimleiter Mr. Parnassus.
Nach und nach wird Linus mit einer Welt konfrontiert, die seine bisherigen Überzeugungen ins Wanken bringt. Und plötzlich steht er vor der Frage, ob Regeln allein wirklich ausreichen, um das Richtige zu tun.
Ein Buch zum Wohlfühlen
Insgesamt empfand ich »Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte« als eine warmherzige Wohlfühl-Fantasy, die sich gleichermaßen an Jugendliche wie Erwachsene richtet.
Der Schreibstil ist angenehm leicht und zugänglich, wodurch die Geschichte schnell greifbar wird und sich hervorragend zum Abtauchen eignet. Gleichzeitig ist die Handlung relativ leicht zu durchschauen, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut.
Besonders gelungen fand ich die Figurenzeichnung: Die Charaktere sind mit viel Liebe und Charme ausgestaltet und wirken auf ihre eigene Art einzigartig und lebendig. Auch das Setting ist sehr stimmig beschrieben – sei es die behördliche Welt, Linus’ Zuhause oder die Insel mit dem Waisenhaus. Alles war für mich bildlich greifbar, fast wie ein Film vor meinem inneren Auge.
Besonders angesprochen haben mich die Themen Familie, Identität und der Umgang mit Diskriminierung – Themen, die in meinen Augen gerade in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle spielen.
Trotz dieser wichtigen Botschaften bleibt das Buch für mich vor allem eines: eine leichte Cosy-Fantasy-Story. Ein schönes Märchen zum Genießen. Ich hatte es in kürzester Zeit ausgelesen, ohne dass es ein klassischer Pageturner gewesen wäre – und genau das macht seinen besonderen Charme aus.
Mein Resümee
In »Mr. Parnassus’ Heim für magisch Begabte« entfaltet sich eine ruhige, oft humorvolle und einfühlsame Geschichte über Vorurteile, Zugehörigkeit und die Frage, was ein Zuhause eigentlich bedeutet. Im Mittelpunkt stehen weniger große äußere Konflikte als vielmehr die leisen Veränderungen im Inneren der Figuren.
Perfekt für Leser*innen, die kurzweilige Geschichten mit einer Mischung aus märchenhafter Leichtigkeit und gesellschaftlicher Tiefe schätzen – Geschichten, die zum Nachdenken anregen, ohne schwer zu wirken.
Meine Bewertung

Hinweis: Keine bezahlte Werbung.
Coverabbildung: © HEYNE Verlag, verwendet im Rahmen der Buchbesprechung | Rezension
| ISBN: | 978-3-453-32136-6 |
| Sprache: | Deutsch |
| Ausgabe | Taschenbuch |
| Seitenzahl | 480 |
| Verlag | Heyne |
| Erscheinungsdatum: | 13.04.2021 |
Ein magischer Wohlfühl-Fantasy-Roman zum Abtauchen.

