Anna und die Nazis

von Frank Siller

Anna und die Nazis von Frank Siller - Buchcover | Buchblog der Buchleserin

Abenteuer, Freunde und ernste Themen

Die 12-jährige Anna führt seit dem Tod ihrer Eltern ein kleines, beschauliches Dasein auf dem Dorf zusammen mit ihren Großeltern. Dieses Leben wird von brutalen Einbrechern jäh zerstört, auf der Suche nach längst vergessenen Geheimnissen aus der linksaktivistischen Vergangenheit ihrer Eltern.

Aus Furcht vor der rechten Szene melden Annas Großeltern ihre Enkelin auf dem abgelegenen Internat Schloss Dornwald an. Auf dem Schloss lernt Anna neue Freunde, aber auch neue Feinde kennen, und schon bald offenbart sich, dass sich die Schatten der Vergangenheit ihrer Eltern tief im Schloss verbergen und wie eine dunkle Bedrohung über der Schule liegen. Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit treten immer aggressiver und unverhohlener in Erscheinung und mit ihnen ein brauner Sumpf, der tief im System der Schule steckt. Anna muss sich mit ihren neuen Freunden Eric und Lisburg dem Hass stellen, der alles bedroht, woran sie glauben. Können Anna und die anderen sich dem noch entgegenstellen oder hat das rechte Gedankengut die Schule schon zu sehr vergiftet?

Auszug des Klappentexts

Zwischen Hogwarts und Indiana Jones – ein Jugendroman, der packt und ein paar ernste Themen anspricht

Ein paar Worte vorweg

»Anna und die Nazis« von Frank Siller ist 2024 erschienen. Das Buch wurde mir vom Autor persönlich angeboten, und leider musste die Geschichte eine Weile auf meinem Stapel der Rezensionsexemplare auf seinen Lese-Slot warten.

Zuerst habe ich gezögert, ob ich den Young-Adult-Roman überhaupt besprechen möchte, weil ich Jugendbücher eher selten (und Kinderbücher gar nicht) rezensiere. Der Titel ist eine klare Ansage, und momentan ist die frühe Sensibilisierung für dieses Thema wichtiger denn je. Die Thematik zu bedeutend, um dieses Buch nicht hinaus in die Welt zu tragen.

Hier ist mein bescheidener Beitrag dazu…

Wer ist der Autor?

Frank Siller wurde 1986 in Nürnberg geboren. Er studierte Informatik und verbringt seine Zeit bevorzugt mit Büchern und Computern. 2022 erschien mit dem Nürnberg-Krimi »Das Spiel des Greifen« sein Debütroman als E-Book. Siller beschreibt sich selbst als »allergisch gegen Sonne und Partys« und lebt derzeit mit seiner Familie in Herzogenaurach (Bayern).
Außerdem würde er gerne Happy Ends schreiben – schafft es aber nicht. Da sage ich nur, dranbleiben: Ich habe ein ganz gutes Gefühl. 😉

Annas Welt

Frank Siller erzählt in seinem Buch »Anna und die Nazis« die fiktionale Geschichte der zwölfjährigen Anna, die nach dem Tod ihrer Eltern bei den Großeltern lebt. In ihrem jungen Leben musste Anna bereits viel verkraften, und nach einem erneuten gewaltsamen Vorfall gerät ihr Leben erneut völlig aus den Fugen. Aus Sorge um ihre Sicherheit bringen die Großeltern Anna in einem abgelegenen Internat unter. Anna kann diese Entscheidung nur schwer akzeptieren. Doch kaum ist sie dort, findet sie schnell Anschluss und mit Lisburg und Eric, die ebenfalls neu in der Schule sind, echte Freunde.

Der neue Schulalltag ist überwältigend, das Pensum hoch, und dazu muss das Trio schnell erkennen, welche Macht Vorurteile entfalten können, und lernen, sich mit wachsendem Hass, Diskriminierung und zunehmenden rechtsextremen Tendenzen auseinanderzusetzen.

Zwischen Hogwarts und Indiana Jones

»Anna und die Nazis« ist als Jugendbuch (Altersempfehlung 12 bis 14 Jahre) klassifiziert. Durch seine lebendige, leicht zugängliche Erzählweise, den hohen Spannungsbogen und die liebevoll ausgearbeiteten Charaktere – einschließlich der Widersacher – vergisst man schnell, dass man einen Young-Adult-Roman in den Händen hält.

Der Roman verbindet Spannungselemente mit gesellschaftlich relevanten Themen und zeigt aus der Perspektive des jungen Mädchens, wie sich Ausgrenzung und Extremismus im Alltag bemerkbar machen. Der Autor bespielt dabei fast virtuos im Stil eines fantastischen Thrillers ernste Themen wie Rassismus, Ideologie, Diskriminierung, Egoismus, Verantwortung und Zivilcourage. Die Lesenden werden so gefordert, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, während die Handlung zugleich Elemente enthält, die an Harry Potter und Hogwarts oder Abenteuer à la Indiana Jones erinnern.

Fazit

»Anna und die Nazis« von Frank Siller ist ein packendes Buch. Der Autor scheut sich nicht, Probleme anzusprechen und die geschichtlichen Hintergründe darzulegen. Er macht dies jedoch ohne erhobenen Zeigefinger, und zeigt, dass die literarische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus auch in der Jugendliteratur einen Platz haben darf – und aus aktuellem Anlass sogar haben muss.

Meine Bewertung

5-Sterne-Bewertung
Hinweis: Werbung - Rezensionsexemplar | Vielen Dank an den Autor für das Leseexemplar!

Coverabbildung: © Autor, verwendet im Rahmen der Buchbesprechung | Rezension
ISBN:9783759730916
Sprache:Deutsch
AusgabeTaschenbuch
Seitenzahl342
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum:01.07.2024
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Abenteuer, Freunde und ernste Themen

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