Katzentage
von Ewald Arenz
Das Leben im Jetzt
Nach einem Seminar und einer gemeinsamen Nacht beschert ein Bahnstreik den Kollegen Paula und Peter einen unerwarteten Aufenthalt in einer fremden Stadt. Ausgerechnet in dieser Situation eine Auszeit vom Alltag – das könnte schwierig werden! Doch dann streifen sie wie Katzen durch Stadt und Umgebung und genießen die geschenkten Tage. Gelingt es ihnen, nicht nach dem Morgen zu fragen?
Auszug des Klappentexts
Eine Kurzgeschichte voller Zwischentöne und leiser Emotionen, bereichert durch eindrucksvolle Illustrationen.
Bevor es losgeht
Das Schaffen von Ewald Arenz, dem Autor der Kurzgeschichte »Katzentage«, verfolge ich schon seit Längerem, doch bislang hatte ich noch keines seiner Werke gelesen.
Kurz vor Ende meines letzten Messetages in Frankfurt führte mich mein Weg zum Stand des DuMont-Verlags, wo ich ein signiertes Exemplar seiner neuesten Erzählung »Katzentage« entdeckte.
Und weil ich endlich ein Buch von ihm lesen wollte, kaufte ich es umgehend und ließ es mit dem diesjährigen Prägestempel der Buchmesse versehen.
Der Erzähler
Vermutlich ist der deutsche Schriftsteller Ewald Arenz vielen Leser*innen bereits ein Begriff, schließlich prägt er seit Jahren die literarische Landschaft. Dennoch möchte ich es nicht versäumen, einen kurzen Einblick in seine Vita zu geben.
Geboren 1965 in Nürnberg, studierte er nach dem Abitur zunächst Jura, wechselte jedoch nach einigen Semestern die Fachrichtung und widmete sich dann englischer und amerikanischer Literatur sowie Geschichte.
Bereits früh begann er zu schreiben und wurde für seine literarischen Arbeiten mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mehr dazu hier.
Neben dem Schreiben engagiert er sich in verschiedenen kulturellen Projekten: Er moderiert die Bayern-2-Sendung »Aus dem FF – das Feiertagsfeuilleton«, organisiert seit vielen Jahren literarische Veranstaltungen wie die Parklesungen im Fürther Stadtpark, leitete unter anderem eine Schreibwerkstatt am Stadttheater Fürth und hat für diverse Zeitungen geschrieben. Seit Frühjahr 2024 erscheint zudem seine zweiwöchentliche Kolumne »Wie war’s in der Schule« in Die Zeit.
Parallel dazu arbeitet Ewald Arenz als Gymnasiallehrer in Nürnberg, unterrichtet Englisch und Geschichte und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.
Geschenkte Zeit
In Arenz’ zauberhaft illustrierter Kurzgeschichte »Katzentage« begegnen wir Paula und Peter, zwei Kollegen, die seit Langem unausgesprochene Gefühle füreinander hegen. Paula ist Ärztin, Peter arbeitet als Jurist in der Verwaltung ihres Klinikums. Bei einem mehrtägigen Seminar verbrachten sie die letzte Nacht gemeinsam, was ihre fragile Beziehung nun ins Wanken bringt.
Auf der Rückreise, die von ungeklärten Fragen überschattet ist, streikt plötzlich die Bahn, und sie stranden überraschend in Würzburg. Was sollen sie mit der geschenkten Zeit anfangen? Die unerwartete Zwangspause eröffnet den beiden den Raum, ihre ungeklärte Verbindung zu reflektieren: Sollten sie die Zeit nutzen, um einander näherzukommen, oder sich weiter in die Unsicherheit flüchten?
Paula möchte das Jetzt genießen und vermeidet verlässliche Zusagen, während Peter mehr Klarheit sucht. So lassen sie sich treiben – durch eine fremde Stadt, begleitet von goldenem Herbstwetter, zahlreichen Fragen und Emotionen.
Eintauchen in die Auszeit
Mit der Erzählung »Katzentage« schuf Arenz eine atmosphärische Kurzgeschichte, die von Florian Bayer wundervoll illustriert wurde.
Arenz schenkt seinen Protagonisten ein paar unverhoffte Tage voller freier Zeit, vom Schriftsteller liebevoll verpackt in sprachlicher Brillanz und versehen mit einer immensen Sogkraft.
In diesen unerwartet freien Tagen entwickeln sich zarte Dialoge, die durch spielerisches Necken die tiefsten, ehrlichen Sehnsüchte ausloten. Ein Wechselspiel, das unterhält, zum Nachdenken anregt und Lust auf einen Besuch in dieser schönen Stadt macht.
Der Autor stellt dem durch die Zeit mäandernden Paar zudem eine streunende Katze als stummen Begleiter zur Seite – zugleich ein Symbol für die Herausforderung, im Moment zu leben, ohne klaren Plan und ohne Sicherheiten, sowie ein Zeichen von Freiheit, Verbundenheit und dem mutigen Ergründen menschlicher Beziehungen.
Mein Resümee
»Katzentage« von Ewald Arenz ist ein literarisches Kabinettstück in einer feinsinnigen, ausdrucksstarken Sprache. Diese Kurzgeschichte bietet eine unterhaltsame Wohlfühllektüre, die dem Lesenden nicht nur genussvolle Lesezeit schenkt, sondern Lust macht auf ein paar Tage der spontanen Auszeit in einer fremden Stadt.
Meine Bewertung

Hinweis: Keine bezahlte Werbung.
Coverabbildung: © DuMont Buchverlag, verwendet im Rahmen der Buchbesprechung
| ISBN: | 978-3-7558-0056-9 |
| Sprache: | Deutsch |
| Ausgabe | Gebundenes Buch |
| Seitenzahl | 128 |
| Verlag | DuMont Buchverlag |
| Erscheinungsdatum: | 16.09.2025 |
Eine kurze Erzählung voller Gefühl, bereichert durch feine Illustrationen

